WordPress 5 ist da – Was bringt die neue Version?

Seit dem 6. Dezember ist WordPress 5.0 verfügbar. Das Update auf die neuste Version bringt eine der grössten Veränderungen in der über 15 jährigen Geschichte des CMS-Systems von WordPress mit sich: das neue Editor-System «Gutenberg». In diesem Artikel gebe ich einen Einblick in die neue WordPress Version 5.0, Codename «Bebo».

Was ist neu in WordPress 5.0? Ein Überblick.

Die neuste Hauptversion von WordPress dreht sich vor allem um den neuen Editor mit dem Namen «Gutenberg» (benannt nach Johannes Gutenberg). Gutenberg ersetzt den bisherigen Editor als Standard-Wordpress-Editor. Mit Gutenberg hält der Ansatz, Inhalte auf kleine Elemente – genannt «Blocks» – aufzuteilen, auch im WordPress Einzug. Dieser Ansatz wir bereits bei bekannten Website-Baukästensystemen wie WIX, Jimdo oder Squarespace verwendet. Ich gehe später noch detailliert auf den neuen WordPress-Standard-Editor ein.

Information für Wartungsvertrag-Kunden

Für die meisten Kunden mit einem Wartungsvertrag wird sich nichts am Editor ändern, da ein System mit «benutzerdefinierten Feldern» verwendet wird. Dies stellt eine Alternative zu Gutenberg dar und wird nicht durch das neue Editor-System ersetzt.

Ein neues Standard-Theme

Es wurde ein neues WordPress-Standard-Theme mit dem Namen «TwentyNineteen» eingeführt, welches der neue Editor unterstützt. Das Theme eignet sich hervorragend, um sich mit dem neuen Editor-System auseinanderzusetzen. Für uns und unsere Kunden ist dies jedoch nicht relevant, da wir bei keiner von uns betreuten Umgebung das WordPress-Standard-Theme verwenden :).

Mehr Geschwindigkeit durch PHP 7.3

Mit dem Update auf WordPress 5 wird weiter noch die Kompatibilität mit der neusten PHP-Version 7.3 sichergestellt. Das Update auf die neuste PHP-Version ist vor allem aus Performance-Gründen zu empfehlen. Die Version 7.3 lädt gemäss ersten Tests um beinahe 10% schneller als der Vorgänger PHP 7.2.

So funktioniert der neue «Gutenberg»-Editor

Der neue Gutenberg-Editor verändert die Erfassung von Inhalten in WordPress radikal. Das klassische WordPress-Editor-Fenster, welches an ein Texterstellungsprogramm wie Microsoft Word erinnert, verschwindet und weicht dem blockbasierten Ansatz des Gutenberg-Editors.

WordPress reagiert mit der Einführung des Gutenberg-Editors auf die steigende Popularität von Do-It-Yourself Baukästensystemen wie Jimdo, Wix oder Squarespace. In Gutenberg ist möglich aus einer Vielzahl von kleinen Blöcken wie «Absatz», «Bild», «Zitat» usw… auszuwählen und diese per Drag & Drop an der gewünschten Stelle in der Seite «einzubauen». Ein Block ist also wie ein Baustein zu verstehen, aus welchem man sich die eigene fertige Seite zusammenbaut.

Kassischer WordPress-Editor
Kassischer WordPress-Editor
WordPress - Der neue Gutenberg-Editor
Der neue Gutenberg-Editor und die zur verfügung stehenden Blöcke

Jeder Block verfügt über vordefinierte Felder und Optionen, mit welchen die Inhalte und das Aussehen der Blöcke spezifiziert werden können.

Im folgenden Bild, füge ich einen «Überschriften-Block» hinzu. Der «Überschriften-Block» stellt die Auswahl der Überschrift (H2-H4) zur Verfügung. Je nach Block sind die Optionen unterschiedlich. Auf den «Überschriften-Block» folgt in diesem Beispiel ein «Bild-Block» (in welchem noch ein Bild hinzugefügt werden muss) gefolgt von einem «Zitat-Block»:

Übersicht über Blöcke im Gutenberg-Editor

Langjährige WordPress-Benutzer müssen sich bestimmt an das neue Editor-System gewöhnen. Wer jedoch weiterhin auf den alten Editor setzen will, kann diesen durch das Plugin «Classic Editor» weiterhin verwenden. Das Entwicklerteam von WordPress hat die Unterstützung des klassischen Editors bis ins Jahr 2021 garantiert. Da die Meinungen über Gutenberg stark auseinandergehen, wird der «Classic Editor» höchstwahrscheinlich auch über das Jahr 2021 hinaus durch die Community weiterentwickelt.

Meine Meinung zu «Gutenberg»

Ich habe mich nun mehrere Stunden mit dem Gutenberg-Editor auseinandergesetzt. Er hat mich noch nicht vollends überzeugt. Bei unseren Kunden und anstehenden Projekten verzichten wir somit auf einen Einsatz von Gutenberg als Standard-Editor.

Bei der Entwicklung von WordPress-Themes für unsere Kunden setzen wir bereits auf einen blockbasierten Ansatz, welcher uns durch die WordPress-Erweiterung «Advanced Custom Fields» zur Verfügung gestellt wird. Diese bietet meiner Meinung nach eine übersichtlichere Benutzeroberfläche und eine vereinfachte Pflege der Webseiteninhalte.

Wir werden die Entwicklung von Gutenberg weiterhin sehr genau beobachten und je nach Projekt abschätzen ob die neue Version als Editor in Frage kommt. Dies hängt auch stark von der Entwicklung des Editors in den kommenden Monaten ab.

Sicherheit bei alten WordPress-Versionen

Aus Sicherheitsgründen empfehlen wir stets die neuste WordPress-Version zu verwenden, da dies die einzige Version ist, bei welcher Sicherheitsupdates garantiert sind.

WordPress schreibt in seinem offiziellen Codex:

«Die einzige offiziell unterstützte Version ist WordPress 5.0.3. Frühere Veröffentlichungen erhalten möglicherweise keine Sicherheitsupdates falls ernsthafte Sicherheitslücken in WordPress festgestellt werden».

Die Geschichte zeigt jedoch, dass auch ältere Versionen noch länger mit wichtigen Sicherheitspatches versorgt werden.

Meine Empfehlung zum WordPress-Update

Die Hersteller von Plugins und Themes haben schnell auf die neue WordPress-Version reagiert und Ihre Produkte sind mit der neusten WordPress Version kompatibel. Das Update auf Version 5 sollte somit für viele WordPress-Umgebungen inzwischen möglich sein. Vor dem Update ist dies jedoch für jedes Plugin und Theme individuell zu prüfen.

Führen Sie das Update auf einer Kopie Ihrer Webseite bzw. einer Testumgebung durch, um zu überprüfen, ob Ihre Umgebung für ein Update auf WordPress 5 bereit ist.

Ich empfehle ein Update auf die neuste Version bereits aus Sicherheit- und Geschwindigkeitsgründen. Da vielen Benutzern die Umstellung auf den neuen Gutenberg-Editor schwerfallen wird, empfehle ich zudem fürs Erste weiterhin auf den klassischen Editor zu setzen. Wird weiterhin mit dem klassischen Editor gearbeitet, ist kaum eine Veränderung zwischen Version 4 und Version 5 für den WordPress-Benutzer festzustellen.

Erstellen Sie vor dem Update ein Backup Ihrer Webseite!

Wir haben seit dem Release von WordPress 5 bereits einige Erfahrungen mit dem neuen Kern-Update gesammelt und helfen Ihnen gerne, falls Sie Unterstützung beim Update auf die neuste Version benötigen. Übrigens, diese Webseite verwendet WordPress 5.0.3 – ohne Gutenberg :).

Weitere Ressourcen:

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